Archiv der Kategorie: Aktuelles

Fantastischer Erfolg der Brillensammlung im Eine-Welt-Laden

Erst seit 4 Wochen sammeln wir gebrauchte Brillen im Eine-Welt-Laden, um einem Menschen in einem Entwicklungsland die Möglichkeit zu geben, seine Umwelt klar zu sehen – und dadurch eine Chance in Schule, Ausbildung, Beruf zu haben und am Leben teilhaben zu können.

Vergangene Woche konnten wir bereits 2 Pakete á 10 kg mit insgesamt 350 Brillen an die Organisation BRILLEN-ohne-GRENZEN im Saarland senden, die in Kooperation mit dem französischen Partnerverband Lunettes sans Frontiere die alten Brillen nach Damen- Herren- und Kinderbrillen sortiert, reinigt und vermisst und die Dioptrien am Gläserrand vermerkt, bevor sie – den Anforderungen der weltweiten Projektpartner entsprechend – versandt werden. Vor Ort in derzeit 56 Ländern gibt es dann geschulte Mitarbeiter, die die Brillen für die Bedürftigen herrichten und anpassen.

  

Pro Brille entstehen Kosten von 50 cent für Sortierung, Vermessung, Reinigung und Versand, die wir der Organisation BRILLEN-ohne-GRENZEN mit Eurer Hilfe gern erstatten. Eure alte Brille ist wertvoll, der Weg, sie zu spenden ist einfach: im Eine-Welt-Laden in der Bachstraße 32 findet Ihr eine Sammelbox und wir bedanken uns mit Brillen-ohne-Grenzen für Eure Unterstützung !

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Förderpreis des Rotary Club Obernburg

Für die “Ausweitung des fairen Handels in Mömlingen und Umgebung” wurden wir, das Team Tansania der KjG Mömlingen, am 22.07.2021 vom Rotary Club Obernburg mit einem Preisgeld in Höhe von 500€ bedacht.

 

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30 Jahre die Welt fair-ändern – Jubiläumswoche vom 5. bis 11. Juli 2021

30 Jahre Eine-Welt-Laden: Der Start am 7.7.1991 als “Untermieter” in der Bücherei (links) – Erster eigenständiger Laden in der Kirchgasse 2001 (mitte) – Seit 2007 in der Bachstraße (rechts)

Vom 05. bis 11.07.2021 haben wir unter dem Motto 30 Jahre die Welt fair-ändern mit und für unser Kund*innen unser Ladenjubiläum gefeiert – und dabei jeden Tag ein anders Produkt in den Mittelpunkt gestellt:

Fairer Genuss am Montag – Schokolade

Unterstützt wurden wir an diesem Tag durch unsere GEPA-Beraterin Christine Weiner (rechts im Bild) und boten unsere Kund*innen:

An den Folgetagen gab als es Give-aways Seedbombs/Samentütchen (gesponsort von Gärtrnerei Löwer) und Kaffeeproben (gesponsort von Kaffee Braun). Vielen Dank dafür!

Faire Früchtchen am Dienstag – Mangos

Die Mango ist vermutlich die am meist gegessene Frucht auf der Welt. Nicht umsonst also nennt man sie die “Königin der Früchte” oder den “Apfel der Tropen”.

An diesem Tag standen im Eine-Welt-Laden unsere vielfältigen Produkte dieser Frucht im Mittelpunkt:

Faire Verbindung am Mittwoch – Sekt, Apfel-Mango-Saft un Aufstriche

Genau vor 30 Jahren am 7.7.1991 wurde der Eine-Welt-Laden der KJG Mömlingen feierlich eingeweiht und öffnete am ersten Standort in der Bücherei in der Kirchgasse seine Pforten!

Zum Anstoßen gab es daher während der Ladenöffnungszeiten Fairtrade-Sekt oder Apfel-Mango-Saft und  Aufstriche von El Puente für unsere Kund*innen zum Verkosten …

… und abends trafen sich dann das Team Tansania, das Einkaufsteam und das Deko-Team um Umtrunk:

Faire Früchtchen am Donnerstag – Bananen

Esst Ihr auch so gerne Bananen? Dann seid Ihr nicht alleine! Jeder Einwohner Deutschlands verdrückt im Schnitt 14 Kilogramm pro Jahr der süßen Früchte. Das sind 10% der weltweiten Bananenernte. Aber wusstet Ihr auch, dass  …

  • Bananen botanisch gesehen Beeren sind?
  • Bananen krumm sind, da sich der Fruchtstand der Staude aufgrund des Gewichtes mit der Zeit nach unten senkt, die einzelnen Bananenfrüchte aber nach oben, der Sonne entgegen, wachsen?
  • wir schon 1989 mit unserem legendären Heim-Lieferservice wöchentlich 40 bis 90 kg Bananen aus Nicaragua an den Mann bzw. die Frau bringen konnten?

Bild vom Bananenmob 2018

Faire Küche am Freitag – Lebenswurst

Wusstet Ihr schon, dass wir zurzeit sieben verschiedene Sorten Lebenswurst im Eine-Welt-Laden Sortiment führen?

Dazu gehören unter anderem die vegetarischen Sorten „Original“, „Original mit Rauchpaprika“, „mild“ und „Fränkischer“ mit Apfelstückchen. Diese Sorten sind auf Butterbasis und mit bestem regionalem Bio-Dinkel.

Die beiden veganen Sorten „Sonnja“ und „Olivia“ sind aus Sonnenblumenöl und Olivenöl hergestellt. Probiert auch den leckeren veganen Aufstrich „Sonnentartar“, aus Sonnenblumenkernen und Tomatenmark. Dieser ist glutenfrei und eignet sich nicht nur als Brotaufstrich, sondern auch zum backen von Pizzastangen oder als Topping für Nudeln.

Der Produzent Lebensküche e.V. ist ein soziales Non-Profit-Unternehmen in Schweinfurt und beschäftigt derzeit acht feste Mitarbeiter. Sie bietet seit 2006 in ihren Projekten Menschen mit körperlicher, seelischer oder geistiger Beeinträchtigung eine Arbeitsgemeinschaft.

Fairer Kaffee-Genuss am Samstag

Robert (Bildmitte) verwöhnt uns mit aromatischem Kaffee

Indio-Kaffee von der Kooperative Fedecocagua aus Guatemala war 1973 das erste fair gehandelte Produkt der Aktion Dritte Welt Handel, das in Deutschland eingeführt wurde – den Kaffee von Fedecocagua gibt’s heute noch bei der GEPA. Kaffee ist im fairen Handel das umsatzstärkste Produkt. In unserem Eine-Welt-Laden hat Kaffee einen Umsatzanteil von ca. 28 %.

Kaffee ist der Deutschen liebstes Getränk  (2010: 150 Liter Kaffee/Jahr, 135 l Mineralwasser, 110 l Bier). Rund 4 kg Kaffee konsumiert jeder Deutsche, davon waren 2018 6,2 % fair gehandelt; In Mömlingen erreichen wir mit 500 g pro Einwohner immerhin 12,5 %.

Die meisten unserer Kaffees (aus Kolumbien, Mexico, Indien) sind bereits biologisch angebaut. 2018 haben auch die tansanischen Kaffeebauern in der Region Mbinga (Mahenge Amcos) beschlossen, zunächst einen Teil ihrer Felder auf Bioanbau umzustellen.

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30 Jahre die Welt fair-ändern

Seit Mitte der 80er Jahre haben KjG-Gruppenleiter in Mömlingen auf Tapeziertischen nach Gottesdiensten, auf Pfarrfesten und an Markttagen erste fair gehandelte Produkte angeboten: Honig, Wein, Bananen, Kaffee und Schokolade wurden mehrmals im Jahr verkauft.

Am 7. Juli 1991 war es dann soweit – vor allem viele Kirchenbesucher und eine Delegation aus Tansania kamen zur Ladeneröffnung im Nebenraum der Pfarrbücherei. Die Öffnungszeiten waren regelmäßig nach Gottesdiensten.

 

Nach 10 Jahren wuchs der Kundenstamm und das Warensortiment soweit, dass die Räumlichkeiten des Eine-Welt-Ladens aus allen Nähten platzten. In unmittelbarer Nähe in der Kirchgasse gab es passende Räumlichkeiten, die in vielen Nachtschichten auf Vordermann gebracht wurden. Am 4. Februar 2001 konnte der EWL in das neue Ladenlokal einziehen, ein  großes und neues  Produktsortiment präsentieren und durch Pfarrer Wolfgang Zopora und Bürgermeister Edwin Lieb feierlich eröffnet werden. Das neue Ladenmotto an der Eingangstür lautete: Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleinen Dinge tun, werden das Gesicht der Welt verändern!

Und diese vielen kleinen Leute hatten nun alle Hände voll zu tun … Das größere Sortiment, die längeren Ladenöffnungszeiten, die tollen Schaufenster bedeuteten auch viele neue Helferinnen und Helfer sowie eine gut durchdachte Arbeitsteilung.

 

2006 ereilte uns eine schockierende Botschaft: das Gebäude war durch den Hausschwamm baufällig geworden und stand uns nicht weiter zur Verfügung. So machten wir uns erneut auf die Suche und konnten am 27. Januar 2007 den jetzigen Laden in der Bachstraße 32 eröffnen, gesegnet von Bischof Kilaini aus Tansania.

Die positive Entwicklung des Ladens wurde auch durch zahlreiche „Mömlinger“ Produkte unterstützt: Mömlinger Kaffee und Espresso,  Schokolade, Zuckersticks, Baumwoll- und Jutetaschen, Apfel-Mango-Saft der Kelterei Hornung, Mango-Zitronen-Limes und Mango-Fruchtaufstrich von Gerhard und Steffi Boll, die Mömlinger Schatzkiste, das G’schenksche und das faire Weinpaket.

Dank der Gewinne aus dem Laden und Unterstützung aus der Gemeinde konnten wir unsere Partner in Tansania  auch bei großen Projekten maßgeblich unterstützen: dem Aufbau des TEUMA-Kleinkreditfonds, dem Bau des Ulayasi-Mädchenwohnheims, der Wasserversorgung von Lupanga und des Kindergartens in Mlangali.

Im Januar 2016 wurde unser Laden zur 25. Bayerischen Eine Welt-Station – nicht nur unsere Hans-Memling-Schule und die beiden Kitas konnten dank der Unterstützung als Fairtrade-School bzw. Faire Kita  ausgezeichnet , zahlreiche weitere Schulen und Kindergärten in der Region konnten bei Themen des globalen und nachhaltigen Lernens erfolgreich begleitet werden.

Anerkennung fand das vielfältige Engagement für eine gerechtere Welt unter anderem durch die Verleihung des Agenda 21-Preises des Landkreises Miltenberg 2006 und den bayerischen Eine Welt Preis 2016.

Was am Anfang mit gelegentlichen Verkäufen auf dem Tapeziertisch „als Tropfen auf den heißen Stein“ begann, ist mittlerweile zu einer globalen Bewegung geworden, die ganz besonders hier in Mömlingen spürbar ist und große Unterstützung findet.

Dafür Allen vielen Dank und vergelt‘s Gott!

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Faire Rosen zum Weltladentag am 8. Mai 2021

Der diesjährige Weltladentag am Samstag den 8. Mai steht unter dem Motto „Die Welt braucht einen Tapetenwechsel. Gestalte ihn mit.“

Wegen den aktuellen Einschränkungen sind die Möglichkeiten begrenzt, mit Aktionen an diesem Tag an die Öffentlichkeit zu gehen. Nichtsdestotrotz wollen zumindest wieder Faire Rosen aus Kenia anbieten. Kleiner Wink mit dem Zaunpfahl: am Sonntag ist Muttertag.

Warum braucht die Welt einen Tapentenwechsel?

Das Corona-Virus hat die Welt auf den Kopf gestellt. Wir spüren, wie eng wir alle miteinander verbunden sind. Und wir sehen die Schwachstellen unseres Systems nun umso deutlicher.

Unser Wirtschaftssystem, das hauptsächlich auf Wachstum beruht, gerät enorm ins Wanken. Wir beobachten tiefgreifende sozio-ökonomische und ökologische Krisen. In weiten Teilen der Welt nimmt die soziale Ungleichheit zu, Umweltzerstörung und Klimawandel schreiten voran. Und die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden all dies weiter verschärfen.

Kurzum: Unsere Art zu leben und zu wirtschaften ist nicht zukunftsfähig. Ein Schritt in die richtige Richtung ist ein Lieferkettengesetz, das noch in dieser Legislaturperiode als Sorgfaltspflichtengesetz verabschiedet werden soll. Nun startet der parlamentarische Prozess und damit die entscheidende letzte Phase auf dem Weg zu einem starken Lieferkettengesetz.

Damit es so wirksam ist, wie wir es uns wünschen, muss das Gesetz unbedingt noch nachgebessert werden. Mit einer Online-Aktion wollen wir die Bundestagsabgeordneten in den nächsten Wochen auffordern, sich für eine Nachbesserung des Gesetzes einzusetzen. Die Aktion startet in den nächsten Tagen unter www.lieferkettenbrief.de.

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Trauer um Bischof Alfred Maluma von Njombe/Tansania

Alfred Maluma wurde am 12. Dezember 1955 in Lukani in der Pfarrei Igwachanya/Tansania geboren. Nach seiner theologischen Ausbildung im Priesterseminar St. Augustin in Peramiho, wurde Alfred Maluma am 17. November 1985 durch Bischof Raymond Mwanyika zum Priester geweiht. Danach war er Kaplan in Njombe und Seelsorger für alle Sekundarschulen des Bistums Njombe im Südwesten Tansanias.

1989 bis 1994 absolvierte er ein Doktoratsstudium in Moraltheologie an der Päpstlichen Akademie Alfonsiana in Rom, promovierte mit einer Arbeit über Bernhard Häring und war anschließend Dozent am Priesterseminar Peramiho.

Am 8. Juni 2002 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Njombe. Der Erzbischof von Dar es Salaam, Polycarp Kardinal Pengo spendete ihm am 1. September 2002 die Bischofweihe. Sein Motto als Bischof war „Servire oblatione et caritate – Diene mit Hingabe und Liebe“.

Bischof Maluma entsandte seine Priester in unterschiedliche Bistümer des Landes und auch ins Ausland, z.B. Botswana. Er wurde 2014 zum Vorsitzenden des Bereichs „Soziale Kommunikation der Vereinigung der Bischofskonferenzen Ostafrikas (AMECEA) gewählt.
Bischof Alfred Maluma engagierte sich in sozialen Projekten mit der Überzeugung „Intelligenz funktioniert besser in einem gesunden Körper“ und konzentrierte sich auf Ausbildung, Gesundheit, Strom, Wasser und Landwirtschaft.

Er implementierte Tee-Plantagen, ein großes Wasserprojekt für 16 Gemeinden, Stromversorgung für 27 Gemeinden, eine REHA-Klinik, sechs Grundschulen, sechs Sekundarschulen und drei Colleges.

Als er am 20. März 2021 auf dem Weg nach Dar es Salaam war, wurde er in einen schweren Autounfall verwickelt und erlitt schwere Verletzungen an der Wirbelsäule. Er wurde in das Muhimbili National Hospital in Dar es Salaam gebracht und ihm ging es nach der nötigen Operation den Umständen entsprechend besser.

Am 6. April 2021 verstarb Bischof Maluma dort an den Folgen des Verkehrsunfalls.

Oh Herr gib ihm die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm.
Herr lass ihn ruhen in Frieden. Amen.

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ES GEHT! ANDERS. – Misereor-Sonntag am 21.03.2021

Der Gottesdienst zum 5. Fastensonntag stand unter dem Leitwort der diesjährigen MISEREOR-Fastenaktion „Es geht! Anders.“.

  • Was zählt wirklich im Leben?
  • Was brauchen wir zu einem erfüllten Leben?
  • Was sammeln wir, ohne dass es uns wirklich glücklich macht?

Robert Faust und Iris Giegerich vom Team Tansania lenkten im Gottsdienst den Blick auf Menschen und Organisationen aus dem diesjährigen Partnerland Bolivien, die Wege des Wandels suchen: nämlich konkrete Verbesserungen vor Ort mit eigenem Engagement zu ermöglichen und auch weltweit mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Partnern und im Umgang mit der Schöpfung neue Wege zu suchen.

Ja, es geht, es geht anders! Veränderung, Wandel ist möglich, wenn wir uns dafür öffnen.

Auch die Corona-Krise hat wie in einem Brennglas gezeigt, wo Veränderungen nötig sind, wo Ungerechtigkeiten bei Verteilung der Macht und Ressourcen in den Fokus rückten, der Stellenwert von Berufen und Dienstleistungen als „systemrelevant“ erkannt wurden und wo die Balance zwischen Bewahren und Erneuern neu justiert werden muss. Wir erleben eine Welt im Wandel und in Aufruhr: Proteste, Populismus und rechtsradikale Strömungen sind Ausdruck von Ängsten, auch Existenzängsten. Viele Fragen unserer Zeit sind nicht mit einfachen Antworten zu lösen.

Wie können wir den Raubbau an den Ressourcen stoppen? Wie möglichst allen Menschen den Zugang zu Bildung und Gesundheitsvorsorge und damit ein Leben in Sicherheit ermöglichen? Auch in Bolivien ist der Zerfall von Familien- und Gemeinschaftsstrukturen zu erleben, die Jugend sehnt sich nach einem besseren Leben, Traditionen werden gering geachtet und indigene Völker stehen vor der Gefahr, ihre eigene Kultur zu verlieren.

Es kann auch anders gehen. Hier in Deutschland hat das Gebot, Zusammenkünfte einzuschränken, den Wert der Familie, des Nächsten und der Gemeinschaft vor Augen geführt. Die Wertschätzung für das Miteinander ist gewachsen. Resteverwertung und Mehrfachnutzung erfahren eine Renaissance.

In Bolivien erleben die Indigenen die Kraft der Rückbesinnung auf traditionelle Anbauformen, verknüpft mit neuen, naturnahen Methoden und erfahren so Wertschätzung und Bestärkung. Dabei werden sie von Partnerorganisationen von MISEREOR unterstützt:

Agroforstwirtschaft (Foto: MISEREOR)

„Der größte Erfolg ist die Veränderung in der Haltung der Familien. Am Anfang waren sie konformistisch, jetzt sind sie offen, glücklich, zufrieden mit dem was sie haben, und schätzen auch die Baumarten, die sie haben; wilde Sorten werden in die Parzelle integriert. Sie sind jetzt auch bereit, ihr Territorium der Agrarindustrie, die in die Gegend kommt, gegenüber zu verteidigen.”

“Die Vision, die ich als Mitarbeiter der Caritas habe, ist, dass die Bauern sich Einkommen verschaffen, ein besseres Auskommen haben, ihre Umwelt schützen, und durch die Agroforstsysteme und Gärten eine vielfältige Ernährung haben.“ (Franklin Loza, Caritas Reyes)

Empowerment (Foto: MISEREOR)

„Der Beginn von allem war meine Liebe zu den Pflanzen. Ich bin wegen der Fülle an Pflanzen jetzt sehr glücklich: Kakao, Zitrusfrüchte, Waldpflanzen, etc. Ich habe die Parzelle diversifiziert, das ist für mich Fülle. Das Wichtigste ist der Kakao, langfristig bringt er gute Früchte, und wir können ihn verkaufen.”

“Wenn ich vergleiche, ist heute mein Familienleben viel schöner und ruhiger. Früher musste ich zum Arbeiten für Wochen abwesend sein. Weil ich jetzt mehr mit den Pflanzen hier arbeite, kann ich viel mehr Zeit mit meiner Familie verbringen.”

“Früher haben wir gar nicht gemerkt, wie wir durch das Abbrennen dem Boden schadeten. Unsere Eltern benutzten Pestizide und die Böden haben dadurch auch großen Schaden genommen, wir mussten sie erst acht Jahre ruhen lassen… Jetzt habe ich gelernt, wie das Laub dem Boden hilft.“ (Alejandro Guayao)

Die Methode Planes de Vida (Foto: MISEREOR)

Deyanet Garzón, kolumbianische Beraterin von MISEREOR, berichtet über eine neue Praxis, um zu einem integralen Verständnis von Entwicklung zu kommen. Dabei werden technische und wirtschaftliche Aspekte mit einer ganzheitlichen Sicht des Menschen zusammengedacht. Wenn wir das sozio-ökologische Gleichgewicht wiederherstellen und ein anderes Verhältnis zur Erde und unseren Mitmenschen  wollen, müssen wir auch wieder lernen, Beziehungen aufzubauen mit uns selbst, mit anderen, mit der Natur.

Dahinter steht das Prinzip einer integralen Ökologie sowie eine Haltung und Praxis der integralen Achtsamkeit als Voraussetzung für die Umsetzung der notwendigen Veränderungen. Es geht darum, ein Leben in Einheit, Ganzheit und Verbundenheit wiederzuerlangen, unseren Platz im Universum mit anderen Wesen wiederzufinden und unsere menschliche Essenz zu retten: die Fähigkeit zu lieben, die ihren maximalen Ausdruck in der Haltung der Achtsamkeit findet.

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APROLMA aus Honduras – Guter Kaffee für ein gutes Leben

Wir können auch anders! – das könnte das Motto von APROLMA sein. Zwei Besonderheiten zeichnen diese Kaffeekooperative in Honduras aus: Nur Frauen können Mitglied werden und der Kaffee wird vor Ort von den eigens ausgebildeten Röstmeisterinnen geröstet und verpackt.

Röstmeisterinnen bei APROLMA. Quelle: GEPA/ A. Welsing

Aus der Region Marcala kommen die besten Arabica-Kaffees des Landes. Frauen leisten dabei einen beträchtlichen Teil der Arbeit, die jedoch oft nicht anerkannt wird und unbezahlt bleibt. APROLMA (Asociación de Productoras Libres de Marcala) zeigt, dass es auch anders geht. In der Kooperative haben sich 69 Produzentinnen zusammengeschlossen, die biologisch zertifizierten Kaffee anbauen und die Verarbeitung und Vermarktung selbst organisieren.

Neue Perspektiven durch Fairen Handel

Korruption und allgegenwärtige Gewalt prägen die politische Situation in Honduras und beeinflussen die tägliche Arbeit der Frauenkooperative. Auch die Geschichte der Frauen ist häufig von Problemen wie häuslicher Gewalt geprägt.

Dolores Benitez, Koordinatorin des Röstprojekts. Quelle: GEPA/ A. Welsing

APROLMA vertritt die Interessen von Frauen und bietet ihnen neben Schulungen im Bio-Anbau auch Fortbildungen zu Frauenrechten und Betriebswirtschaft an. Mit Anbau und Weiterverarbeitung ihres hochwertigen Kaffees erwirtschaften die Frauen ihr eigenes Einkommen und erkämpfen sich mehr Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.

„Alleine kommst du nicht weiter. Es geht uns darum, unsere Rechte als Frauen einzufordern. Dass wir das Recht haben, uns zu organisieren, an der Produktion beteiligt zu sein, zum Familieneinkommen beizutragen, einen Zugang zum Markt zu bekommen und darüber zu entscheiden, was mit unserem Geld passiert. Damit sich unsere Familien, unsere Gemeinde, ja unser ganzes Land entwickelt.“ (Dolores Benitez)

Von der Bäuerin zur Unternehmerin

95 Prozent des Kaffees werden am Weltmarkt als Rohkaffee eingekauft. Um mehr Wertschöpfung vor Ort zu ermöglichen, hat APROLMA gemeinsam mit GEPA – The Fair Trade Company zwölf Frauen zu Röstmeisterinnen ausgebildet. Durch Rösten und Verpacken des Kaffees im Ursprungsland bleibt fast dreimal so viel Geld vor Ort wie bei konventionellem Kaffee. Gladyx Hernández ist Präsidentin von APROLMA und hat das Röstkaffee-Projekt von Anfang an begleitet. Das Ergebnis in ihren Worten: „Von der gepflückten Kaffeekirsche bis zur Tasse: beste Qualität – von Frauen produziert.“

Dieses Video berichtet über das Röstprojekt und wie dadurch neue Perspektiven für die Mitglieder der Kooperative entstehen.

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Fairtrade Fußball-Quiz Bayern 2020

Wir gratulieren dem FC Viktoria Mömlingen 1922 e.V. zur erfolgreichen Teilnahme am “Fairtrade Fußball-Quiz Bayern 2020”. Nachdem Ewald Völker vom FC Victoria erfolgreich alle sieben Fragen bei diesem bayernweiten Quiz beantwortet hatte, konnte Horst Markert vom Eine-Welt-Laden der KJG Mömlingen nun zwei in Pakistan produzierte fair gehandelte Fußbälle in Matchballqualität an Spielertrainer Tobias Bystrek und Vorstandsmitglied Ewald Völker überreichen.

Vorstandsmitglied Ewald Völker und Spielertrainer Tobias Bystrek vom FC Victoria Mömlingen sowie Horst Markert für den Eine-Welt-Laden (v.l.n.r.)

Mit dem “Fairtrade Fußball-Quiz Bayern 2020“ möchte das Eine Welt Netzwerk Bayern e.V., der bayerische Dachverband der Eine Welt-Akteure, Fußballvereine in Bayern zum Einsatz von fair gehandelten Fußbällen ermutigen. Fußballvereine können damit einen Beitrag leisten gegen Kinderarbeit, für faire Entlohnung der Arbeiterinnen in den Herstellungsbetrieben und zu gerechteren Handelsstrukturen bei Sportartikeln. Gefördert wird die Aktion von der Bayerischen Staatskanzlei, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern sowie von den bayerischen (Erz-) Diözesen.

Wir freuen uns, wenn der FC Victoria von der Qualität der fair gehandelten Bälle überzeugt werden kann und diese künftig im Training und Spielbetrieb einsetzt. Beim FC Viktoria Mömlingen spielt der Fair-Play-Gedanke nicht nur auf dem grünen Rasen eine Rolle – den Verantwortlichen des FC Viktoria ist auch der faire Handel wichtig. So wird schon seit einigen Jahren bei den Senioren-Nachmittagen fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt, Jubilare erhalten faire Geschenke aus dem Eine-Welt-Laden und die Kleinsten werden mit fair gehandelten Bananen nach dem Training versorgt. So leistet der FC Viktoria seinen aktiven Beitrag zur Fairtrade-Gemeinde Mömlingen.

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Dankeschön-Nikoläuse für unsere Helden und Heldinnen!

Von der GEPA haben wir fair gehandelte Schoko-Nikoläuse zur Verfügung gestellt bekommen, die wir mit Freude an unsere Helden und Heldinnen verschenken!

Barbara von der Ambulanten Pflege Aktiv

unsere Postzustellerin Andrea

 

 

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